Die alte »Poggeburg«

»Der Pogge hat sich ein neues Haus wie eine Burg gebaut«, sollen die Hopstener halb neidisch
gespöttelt haben, als das Haus in der heutigen Haus-Nieland-Straße Nummer 6 umgebaut wurde.
Seitdem hieß es im Sprachgebrauch nur »Poggeburg«. Wann das Haus genau erbaut wurde, ist nicht
ganz sicher. Zwar steht am rechten Seitenflügel die Jahreszahl 1734, doch der heutige Besitzer
sagt, es sei noch älter. Er erzählt bei Führungen, daß die Poggeburg einmal eine alte Wehrburg
gewesen sein soll. Dafür gibt es aber keine historischen Belege.
Der Bauherr war Hermann Pogge. Er war der einflußreichste Töddengroßhändler seiner Zeit und
zudem noch gebürtiger Hopstener. Geboren wurde er 1686 auf dem Hof Poggemann gegenüber der
Wallfahrtskapelle St. Anna in der Bauerschaft Breischen.

1849 kaufte Theodor Werner Nieland die Poggeburg. Er war Geschäftsmann für Textilien, und der
Name »Haus Nieland« bürgerte sich im Sprach-
gebrauch ein.
Bekannt wurde Haus Nieland als Sitz des 1912 gegründeten »Bund der Werkleute auf Haus Nieland«.
Dabei handelte es sich um einen Bund von Arbeiterdichtern. Bis in die dreißiger und vierziger
Jahre trafen sich Mitglieder des Bundes im sogenannten blauen Zimmer. Josef Winkler und der
Nürnberger Professor Vershofen gründeten diesen Bund. Vershofen war übrigens Lehrer von Ludwig Erhard.

Die Geschichte des Hauses kann jeder Besucher bei
einer Besichtigung des sehens -
werten Wohnhausmuseums
nachempfinden. So sind hier viele Relikte aus der
Tödden -
zeit, reizvolle Porzellan -
stücke sowie Dokumente
über den Dichterbund ausgestellt. Der Hausherr selbst,
Theodor Greß, führt durch das kleine Museum und weiß
dabei viele Anekdoten zu erzählen.
Information und Anmeldung
Für den Besuch des Wohnmuseums ist eine vorherige Anmeldung bei Familie Theodor Greß, Haus-Nieland-Straße 6,
48496 Hopsten, Tel. (05458) 575, oder beim Heimatverein Hopsten, Christa Thepe, Tel. (05458) 473, erforderlich.
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Quelle: Westfälische Nachrichten www.wn-online.de