Bis zu 10.000 Gläubige kamen zu den Prozessionen

Nicht schlecht muß der Knecht im Jahre 1677 gestaunt haben, als er beim Fällen einer Eiche ein Bild der heiligen Anna entdeckt hat.
Daran erinnerten sich 17 Jahre später die beiden Brüder Ditrich und Johan Teeken, als sie aus Dank für ihre glückliche Rettung
aus schwerer Seenot an diesem Ort 1694 eine kleine Kapelle errichteten. So jedenfalls wird es seit Jahrhunderten in Hopsten erzählt.
Die heutige Wallfahrtskirche liegt an der Straße von Hopsten nach Härstel in der Bauerschaft Breischen und ist ein bekannter
Wallfahrtsort. Das kleine Gebetshaus von 1694 blieb allerdings nicht lange stehen. Bereits 1728 ließ die Witwe des Ditrich
Teeken an dieser Stelle vom Baumeister Neuhaus aus Rheine eine Kapelle errichten. Die lateinische Inschrift über der Tür
lautet übersetzt:
»Im Jahre 1677 ist hier eine Eiche gefällt worden, die das auf dem Altare sichtbare Bild der heiligen Anna hervorgebracht hat.
Zu deren Ehren wurde eine Kapelle gebaut und an Stelle des kleinen Gebäudes ist diese Kapelle 1728 errichtet worden.«
Die Kapelle ist flach gedeckt und hat eine verzierte Giebelseite. Im Inneren besticht der barocke Altar, auf dem das spätgotische
Bild der heiligen Anna zu sehen ist. Rechts neben der Wallfahrtskapelle wurde 1971 ein Pilgerplatz angelegt. 1986 errichtete man
neben dem Pilgerplatz eine Kreuzweganlage.
Seinen Hähepunkt erlebte der Wallfahrtsort Mitte des 18. Jahrhunderts. Mehrere Wunder sollen sich hier ereignet haben, so auch
die Heilung des gelähmten Schreinermeisters Heinrich Haman aus Beesten im Jahre 1752. Diese Heilungen sind von der Kirche allerdings
nicht anerkannt.

Bis zu 10.000 Gläubige sollen an den Prozessionen teilgenommen haben. 1755 wurde deshalb eine Schützenbruderschaft gegründet,
die für Ordnung sorgen sollte. Auch heute noch findet einmal im Jahr eine große Prozession als Abschluß einer Wallfahrtswoche
statt, zu der viele Pilger aus den umliegenden Orten kommen.
Quelle: Westfälische Nachrichten www.wn-online.de