Typische Stilelemente des Barocks

Schon von weitem ist der Kirchturm der Pfarrkirche St. Georg im Hopstener Ortskern zu sehen.
Die unteren drei Geschosse stammen aus dem 16. Jahrhundert, das obere mit der Kirchturmspitze
wurde 1749 gebaut. Mitgewirkt hat dabei der berühmte Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun.
Das Kirchengebäude selbst wurde 1732 bis 1734 erbaut. Die Hallenkirche enthält typische Stilelemente des
Barocks (Epoche, 1650 bis 1750) wie die Verdopplung der Fenster im Zentrum, wodurch dieser Gebäudeteil
besonders betont wird. Der neugotische Chor mit Sterngewölbe stammt aus dem Jahre 1867.
Beachtenswert sind die Seitenportale der Kirche. Sie enthalten lateinische Inschriften.
Die eingefärbten römischen Zahlen tragen die Jahreszahlen 1732 und 1734.
Der Hochaltar mit Stilelementen aus Barock und Rokoko (Epoche, 1760 bis 1780) wurde im 18.
Jahrhundert hergestellt. Er stammt aus Bayern und kam erst 1955 nach Hopsten. Links davon
steht eine Marienfigur aus der Zeit des Rokoko, rechts eine Herz-Jesu-Figur aus derselben Zeit.
Über dem linken Chorgestühl befindet sich ein Kruzifix aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Das Ölbild der Himmelfahrt Mariens über dem linken Seitenaltar stammt aus dem 18. Jahrhundert.
Es kommt ursprünglich aus Süddeutschland und soll das alte Altarbild gewesen sein. Ebenfalls aus
dem 18. Jahrhundert stammt die Kanzel mit ihrer Darstellung der vier Evangelisten.
Die Apostelfiguren, die an den Pfeilern zu sehen sind, wurden im 17. Jahrhundert gefertigt.
Es scheint mittlerweile sicher, daß sie aus der Werkstatt von Bernd Meiering aus Rheine stammen.
Dieser Künstler hat 1674 auch die Doppelmadonna im Seitenkranz - die sogenannte Rosenkranzkönigin - angefertigt.
Betritt man die Kirche durch das Turmportal, so erscheint Maria als Königin der Welt.
Beim Verlassen der Kirche erkennt man Maria als Königin des Himmels.

Zu sehen sind zwei Kronleuchter. Sie tragen die Jahreszahl 1611 oder 1677. Einer ist flämischer Herkunft.
Vorne rechts am Seitenaltar ist ein Taufstein in Kelchform aus dem Jahr 1538 zu sehen.
Einzigartig ist die Orgel der Kirche. Ihre ältesten Teile wurden 1746 von Orgelbauer Goswin Heilmann aus
Herbern gebaut, wie Abnahmedokumente von 1746 zeigen. Die Orgel wurde Mitte des 19. und 20. Jahrhunderts
umgebaut, wobei alle alten Teile wiederverwendet wurden.
An den Sitzbänken sind original Reservierungsschildchen zu sehen. Diese hatten die wohlhabenderen Bewohner
Hopstens anbringen lassen, nachdem sie sich einen festen Sitzplatz in der Kirche gekauft hatten.
Das älteste Schild stammt aus dem Jahre 1734, das jüngste aus dem Jahr 1900. Heute befinden sich
die Schilder allerdings nicht mehr an den Stellen, an denen ihre Besitzer sie befestigen ließen.
Mit der Renovierung der Kirche 1982 ging auch die Überarbeitung der Bänke einher.
Die Schildchen wurden später - ausschließlich nach ästehtischen Gesichtspunkten - wieder aufgenagelt.
zurück
Quelle: Westfälische Nachrichten www.wn-online.de